Warum der Nettoumsatz entscheidend ist
Der Nettoumsatz ist die Wahrheit hinter Ihren Verkaufszahlen - und die Grundlage jeder seriösen Rentabilitätsanalyse.
Der Nettoumsatz ist die vielleicht ehrlichste Kennzahl im E-Commerce. Während der Bruttoumsatz alle Bestellungen erfasst, zeigt der Nettoumsatz, was nach Retouren, Rabatten und Steuern tatsächlich übrig bleibt. Diese Zahl ist die Basis für alle weiteren Berechnungen - von der Marge bis zum Gewinn.
Die Komponenten des Nettoumsatzes
Um den Nettoumsatz zu verstehen, müssen Sie seine Abzugsposten kennen:
- 1 Retouren: Im deutschen E-Commerce werden durchschnittlich 15-20% aller Bestellungen retourniert. Im Fashion-Bereich können es bis zu 50% sein.
- 2 Rabatte und Gutscheine: Preisnachlässe reduzieren den effektiven Umsatz. Zu aggressive Rabattstrategien können den Nettoumsatz erheblich schmälern.
- 3 Skonti: Zahlungsabzüge bei schneller Bezahlung, relevant vor allem im B2B-Geschäft.
- 4 Umsatzsteuer: Die Mehrwertsteuer gehört nicht Ihnen, sondern wird ans Finanzamt weitergeleitet.
Nettoumsatz vs. Bruttoumsatz
Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied: Bei einem Bruttoumsatz von 100.000 Euro, einer Retourenquote von 20%, durchschnittlich 10% Rabatt und 19% MwSt. ergibt sich:
100.000 Euro Bruttoumsatz - 20.000 Euro Retouren - 8.000 Euro Rabatte - 13.680 Euro MwSt. = 58.320 Euro Nettoumsatz. Das entspricht nur 58,3% des ursprünglichen Bruttoumsatzes.
So optimieren Sie Ihren Nettoumsatz
Die größten Hebel zur Steigerung des Nettoumsatzes liegen in der Reduzierung von Retouren und einer intelligenten Rabattstrategie. Investieren Sie in bessere Produktpräsentationen, Größentabellen und Kundenbewertungen. Bei Rabatten gilt: Gezielt einsetzen statt flächendeckend verschenken.
Verknüpfen Sie den Nettoumsatz mit anderen Kennzahlen wie dem Deckungsbeitrag und der Bruttomarge, um ein vollständiges Bild Ihrer Rentabilität zu erhalten.