Finanz-Kennzahl

Nettoumsatz

Der Nettoumsatz ist der tatsächliche Erlös nach Abzug von Retouren, Rabatten, Skonti und Umsatzsteuer - die Basis für alle weiteren Rentabilitätsberechnungen.

Formel
Nettoumsatz = Bruttoumsatz - Retouren - Rabatte - MwSt.

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Nettoumsatzberechnen
Nettoumsatz = Bruttoumsatz - Retouren - Rabatte - MwSt.
Ergebnis:

Der Nettoumsatz ist die wichtigste Kennzahl zur Bewertung Ihrer tatsächlichen Verkaufsleistung. Er zeigt, was wirklich in Ihrer Kasse landet.

Gutes Zeichen

Ein stabiler oder wachsender Nettoumsatz bei gleichbleibender Retourenquote zeigt gesundes Geschäftswachstum und zufriedene Kunden.

Warnsignal

Ein sinkender Nettoumsatz bei stabilem Bruttoumsatz deutet auf steigende Retouren, höhere Rabatte oder Preisnachlässe hin.

Betrachten Sie den Nettoumsatz immer im Verhältnis zum Bruttoumsatz, um die Retourenquote und Rabattintensität zu verstehen.

Branche Richtwert
Mode & Bekleidung 50-60% des Bruttoumsatzes
Elektronik 85-92% des Bruttoumsatzes
Beauty & Kosmetik 80-88% des Bruttoumsatzes
Möbel & Einrichtung 88-95% des Bruttoumsatzes
Lebensmittel 95-98% des Bruttoumsatzes
  • Optimieren Sie Produktbeschreibungen und Bilder zur Reduzierung von Retouren
  • Nutzen Sie Größentabellen und virtuelle Anproben im Fashion-Bereich
  • Setzen Sie auf gezielte statt pauschale Rabattaktionen
  • Überwachen Sie die Retourenquote nach Produktkategorien und Kundengruppen
  • Brutto- und Nettoumsatz werden verwechselt, was zu falschen Margenberechnungen führt
  • Rabatte werden nicht systematisch erfasst und analysiert
  • Retourenkosten werden nicht dem verursachenden Produkt zugeordnet

Warum der Nettoumsatz entscheidend ist

Der Nettoumsatz ist die vielleicht ehrlichste Kennzahl im E-Commerce. Während der Bruttoumsatz alle Bestellungen erfasst, zeigt der Nettoumsatz, was nach Retouren, Rabatten und Steuern tatsächlich übrig bleibt. Diese Zahl ist die Basis für alle weiteren Berechnungen - von der Marge bis zum Gewinn.

Die Komponenten des Nettoumsatzes

Um den Nettoumsatz zu verstehen, müssen Sie seine Abzugsposten kennen:

  1. 1 Retouren: Im deutschen E-Commerce werden durchschnittlich 15-20% aller Bestellungen retourniert. Im Fashion-Bereich können es bis zu 50% sein.
  2. 2 Rabatte und Gutscheine: Preisnachlässe reduzieren den effektiven Umsatz. Zu aggressive Rabattstrategien können den Nettoumsatz erheblich schmälern.
  3. 3 Skonti: Zahlungsabzüge bei schneller Bezahlung, relevant vor allem im B2B-Geschäft.
  4. 4 Umsatzsteuer: Die Mehrwertsteuer gehört nicht Ihnen, sondern wird ans Finanzamt weitergeleitet.

Nettoumsatz vs. Bruttoumsatz

Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied: Bei einem Bruttoumsatz von 100.000 Euro, einer Retourenquote von 20%, durchschnittlich 10% Rabatt und 19% MwSt. ergibt sich:

100.000 Euro Bruttoumsatz - 20.000 Euro Retouren - 8.000 Euro Rabatte - 13.680 Euro MwSt. = 58.320 Euro Nettoumsatz. Das entspricht nur 58,3% des ursprünglichen Bruttoumsatzes.

So optimieren Sie Ihren Nettoumsatz

Die größten Hebel zur Steigerung des Nettoumsatzes liegen in der Reduzierung von Retouren und einer intelligenten Rabattstrategie. Investieren Sie in bessere Produktpräsentationen, Größentabellen und Kundenbewertungen. Bei Rabatten gilt: Gezielt einsetzen statt flächendeckend verschenken.

Verknüpfen Sie den Nettoumsatz mit anderen Kennzahlen wie dem Deckungsbeitrag und der Bruttomarge, um ein vollständiges Bild Ihrer Rentabilität zu erhalten.

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