Was der Deckungsbeitrag über Ihr Geschäft verrät
Der Deckungsbeitrag ist das Fundament jeder Rentabilitätsanalyse - er zeigt, welche Produkte Ihr Unternehmen wirklich tragen.
Der Deckungsbeitrag ist eine der wichtigsten betriebswirtschaftlichen Kennzahlen. Er zeigt, wie viel jedes verkaufte Produkt zur Deckung Ihrer Fixkosten und zur Gewinnerzielung beiträgt. Ohne diese Kennzahl treffen Sie Preis- und Sortimentsentscheidungen im Blindflug.
Variable vs. Fixe Kosten
Der Schlüssel zum Verständnis des Deckungsbeitrags liegt in der Unterscheidung zwischen variablen und fixen Kosten:
- 1 Variable Kosten: Kosten, die direkt mit dem Verkauf verbunden sind - Wareneinsatz, Versandkosten, Verpackung, Payment-Gebühren, Provisionen.
- 2 Fixkosten: Kosten, die unabhängig vom Umsatz anfallen - Miete, Gehälter, Software-Lizenzen, Versicherungen.
Deckungsbeitrag I und II
In der Praxis unterscheidet man verschiedene Stufen des Deckungsbeitrags:
DB I = Umsatz - Wareneinsatz (nur direkte Produktkosten)
DB II = DB I - weitere variable Kosten (Versand, Payment, Retouren)
Der DB II ist für E-Commerce-Unternehmen die relevantere Kennzahl.
Praktische Anwendung im E-Commerce
Ein Beispiel: Sie verkaufen ein T-Shirt für 40 Euro. Der Einkaufspreis beträgt 12 Euro, Versand kostet 3 Euro, Verpackung 1 Euro und Payment-Gebühren 1,20 Euro. Der Deckungsbeitrag beträgt also: 40 - 12 - 3 - 1 - 1,20 = 22,80 Euro oder 57% des Verkaufspreises.
Diese 22,80 Euro pro verkauftem T-Shirt tragen zur Deckung Ihrer Fixkosten bei. Erst wenn alle Fixkosten gedeckt sind, beginnt die Gewinnzone - der sogenannte Break-Even-Point.
Sortimentsoptimierung mit dem Deckungsbeitrag
Analysieren Sie regelmäßig den Deckungsbeitrag Ihres gesamten Sortiments. Produkte mit niedrigem oder negativem Deckungsbeitrag sollten entweder im Preis angepasst, günstiger eingekauft oder aus dem Sortiment genommen werden. Kombinieren Sie diese Analyse mit dem Nettoumsatz für ein vollständiges Bild.