Was der Deckungsbeitrag I über Ihr Geschäft verrät
Der DB1 ist der erste Blick auf die Profitabilität - aber nur der Anfang einer vollständigen Analyse.
Der Deckungsbeitrag I (DB1) ist die einfachste Form der Deckungsbeitragsrechnung. Er zeigt, was nach Abzug des reinen Wareneinsatzes vom Umsatz übrig bleibt - quasi die Handelsspanne ohne weitere Kosten.
Was gehört zum Wareneinsatz?
Der Wareneinsatz umfasst alle Kosten, die direkt mit der Beschaffung der verkauften Ware verbunden sind:
- 1 Einkaufspreis: Der Netto-Einkaufspreis beim Lieferanten oder Hersteller.
- 2 Bezugsnebenkosten: Fracht, Zoll, Versicherung für den Warentransport zum Lager.
- 3 Handling-Kosten: Kosten für Wareneingang und Einlagerung (je nach Kalkulation).
DB1 im E-Commerce-Kontext
Im E-Commerce ist der DB1 besonders relevant für die Sortimentssteuerung. Er zeigt auf einen Blick, welche Produkte eine gute Rohertragskraft haben - unabhängig davon, wie aufwendig der Versand oder wie hoch die Retourenquote ist.
Beispielrechnung:
Verkaufspreis: 79 EUR
Einkaufspreis: 28 EUR
Bezugsnebenkosten: 4 EUR
DB1 = 79 - (28 + 4) = 47 EUR oder 59,5% DB1-Quote
Vom DB1 zum DB2
Der DB1 ist nur der erste Schritt. Um die echte Profitabilität pro Bestellung zu ermitteln, müssen Sie weitere variable Kosten abziehen - das Ergebnis ist der Deckungsbeitrag II (DB2). Erst dieser zeigt, ob eine Bestellung wirklich Geld verdient.
Vergleichen Sie den DB1 auch mit der Bruttomarge. Beide Kennzahlen sind eng verwandt, werden aber in unterschiedlichen Kontexten verwendet. Die Bruttomarge ist eher im angelsächsischen Raum verbreitet, während die Deckungsbeitragsrechnung in der deutschsprachigen Betriebswirtschaft Standard ist.