Finanz-Kennzahl

Deckungsbeitrag II

Der Deckungsbeitrag II zeigt, was nach Abzug aller variablen Kosten (Wareneinsatz plus Versand, Verpackung, Payment) übrig bleibt. Er ist die wichtigste Kennzahl für die echte Profitabilität pro Bestellung.

Formel
DB2 = DB1 - Variable Vertriebskosten

Deckungsbeitrag II berechnen

Berechnen Sie Ihren DB2 inklusive aller variablen Vertriebskosten.

Deckungsbeitrag II (DB2)berechnen
DB2 = DB1 - Variable Vertriebskosten
Ergebnis:

Der DB2 ist für E-Commerce-Unternehmen DIE zentrale Kennzahl. Er zeigt, was eine Bestellung wirklich zum Unternehmenserfolg beiträgt - nach allen variablen Kosten.

Gutes Zeichen

Ein positiver, hoher DB2 bedeutet, dass jede Bestellung substanziell zur Deckung der Fixkosten und zum Gewinn beiträgt.

Warnsignal

Ein niedriger oder negativer DB2 ist kritisch - selbst bei hohem Umsatz kann das Unternehmen Verluste machen.

Der DB2 sollte immer im Verhältnis zum AOV betrachtet werden. Eine DB2-Quote von 20-30% ist für viele E-Commerce-Geschäftsmodelle gesund.

Branche Richtwert
Mode & Bekleidung 25-40% DB2-Quote
Elektronik & Technik 10-20% DB2-Quote
Beauty & Kosmetik 35-50% DB2-Quote
Möbel & Einrichtung 20-35% DB2-Quote
Lebensmittel 8-18% DB2-Quote
  • Erfassen Sie ALLE variablen Kosten: Versand, Verpackung, Payment, Provisionen, Retourenbearbeitung
  • Berechnen Sie den DB2 pro Bestellung und pro Produkt getrennt
  • Setzen Sie Mindest-DB2-Schwellen für Werbekampagnen und Rabattaktionen
  • Optimieren Sie systematisch: Günstigere Versandkonditionen, bessere Payment-Deals
  • Retourenkosten werden nicht eingerechnet - dabei sind sie im Fashion-Bereich oft enorm
  • Payment-Gebühren werden unterschätzt (PayPal, Klarna, Kreditkarte kosten 1,5-3%)
  • Verpackungskosten werden pauschaliert statt produktspezifisch kalkuliert
  • Der DB2 wird nur als Durchschnitt betrachtet, nicht pro Kanal oder Kundengruppe

Warum der Deckungsbeitrag II die wichtigste E-Commerce-Kennzahl ist

Der Deckungsbeitrag II (DB2) ist die Königskennzahl im E-Commerce. Während der DB1 nur den Wareneinsatz berücksichtigt, fließen beim DB2 alle variablen Kosten ein, die mit einer Bestellung verbunden sind. Erst der DB2 zeigt, ob Sie mit einer Bestellung wirklich Geld verdienen.

Was gehört zu den variablen Vertriebskosten?

Alle Kosten, die direkt mit der Auftragsabwicklung zusammenhängen:

  1. 1 Versandkosten: Porto, Paketdienstleister, Express-Zuschläge
  2. 2 Verpackung: Kartons, Füllmaterial, Klebeband, gebrandete Verpackungen
  3. 3 Payment-Gebühren: PayPal, Kreditkarte, Klarna, Ratenzahlung (1,5-3% vom Umsatz)
  4. 4 Provisionen: Marktplatz-Gebühren (Amazon, eBay), Affiliate-Provisionen
  5. 5 Retourenbearbeitung: Rückversand, Qualitätsprüfung, Wiedereinlagerung

Die DB2-Formel im Detail

Vollständige DB2-Berechnung:

Verkaufspreis: 89 EUR
- Wareneinsatz: 32 EUR
= DB1: 57 EUR

- Versand: 4,90 EUR
- Verpackung: 2,50 EUR
- Payment (2,5%): 2,23 EUR
= DB2: 47,37 EUR (53,2% DB2-Quote)

DB2 als Steuerungsinstrument

Der DB2 ist Ihr wichtigstes Instrument für operative Entscheidungen:

  1. 1 Preisuntergrenzen: Der DB2 zeigt, ab welchem Rabatt eine Bestellung unprofitabel wird.
  2. 2 Marketing-Budgets: Ihre Customer Acquisition Costs (CAC) dürfen den erwarteten DB2 nicht übersteigen.
  3. 3 Sortimentsentscheidungen: Produkte mit negativem DB2 sollten aus dem Sortiment oder der Bewerbung genommen werden.
  4. 4 Kanalsteuerung: Vergleichen Sie den DB2 zwischen eigenem Shop, Amazon und anderen Marktplätzen.

Der Weg zum DB3

Für eine noch tiefere Analyse können Sie zum Deckungsbeitrag III (DB3) übergehen, der auch produktspezifische Fixkosten berücksichtigt. Dies ist besonders relevant, wenn Sie eigene Produkte entwickeln oder exklusive Lieferantenbeziehungen haben.

Kombinieren Sie die DB2-Analyse mit dem Average Order Value (AOV) und der Nettomarge für ein vollständiges Bild Ihrer E-Commerce-Profitabilität.

Ihren DB2 maximieren?

Gemeinsam analysieren wir alle Kostenpositionen und finden Optimierungspotenziale für höhere Margen pro Bestellung.

Lieber erstmal schreiben? kontakt@wernerstrauch.de