Finanz-Kennzahl

Deckungsbeitrag III

Der Deckungsbeitrag III zeigt, was nach Abzug aller variablen Kosten und produktspezifischen Fixkosten übrig bleibt. Er gibt Aufschluss über die echte Rentabilität einzelner Produktlinien oder Marken.

Formel
DB3 = DB2 - Produktspezifische Fixkosten

Deckungsbeitrag III berechnen

Berechnen Sie Ihren DB3 inklusive produktspezifischer Fixkosten.

Deckungsbeitrag III (DB3)berechnen
DB3 = DB2 - Produktspezifische Fixkosten
Ergebnis:

Der DB3 geht über die reine Bestellprofitabilität hinaus. Er zeigt, ob eine Produktlinie, Marke oder Kategorie nach allen zurechenbaren Kosten noch rentabel ist.

Gutes Zeichen

Ein positiver DB3 bedeutet, dass das Produkt oder die Produktlinie einen echten Beitrag zur Unternehmensrentabilität leistet.

Warnsignal

Ein negativer DB3 zeigt, dass die Produktlinie trotz positiver Einzelbestellungen insgesamt Verluste verursacht.

Der DB3 ist besonders relevant für strategische Sortimentsentscheidungen und die Bewertung von Eigenmarken oder exklusiven Produktlinien.

Branche Richtwert
Eigenmarken 15-30% DB3-Quote
Exklusivprodukte 10-25% DB3-Quote
Lizenzprodukte 5-15% DB3-Quote
Handelsware Meist kein DB3 relevant
  • Berechnen Sie den DB3 nur für Produktlinien mit zurechenbaren Fixkosten
  • Verteilen Sie Fixkosten verursachungsgerecht, nicht nach Umsatzanteil
  • Führen Sie regelmäßige DB3-Analysen für strategische Sortimentsentscheidungen durch
  • Nutzen Sie den DB3 für Make-or-Buy-Entscheidungen bei Eigenmarken
  • Allgemeine Fixkosten werden fälschlicherweise auf Produkte verteilt
  • Produktentwicklungskosten werden nicht über die erwartete Lebensdauer abgeschrieben
  • Der DB3 wird mit dem Nettoergebnis verwechselt - Unternehmens-Fixkosten fehlen noch
  • Zu viele Fixkosten werden als 'produktspezifisch' klassifiziert

Was der Deckungsbeitrag III über Ihre Produktlinien verrät

Der Deckungsbeitrag III (DB3) ist die dritte Stufe der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung. Er wird relevant, sobald Sie Kosten haben, die zwar fix sind, aber eindeutig bestimmten Produkten oder Produktlinien zugeordnet werden können.

Was sind produktspezifische Fixkosten?

Produktspezifische Fixkosten fallen unabhängig von der Verkaufsmenge an, lassen sich aber klar einem Produkt oder einer Produktgruppe zuordnen:

  1. 1 Produktentwicklung: Designkosten, Prototypen, Produktfotografie für eine Kollektion
  2. 2 Lizenzgebühren: Feste Lizenzkosten für Markenprodukte oder Patente
  3. 3 Dedizierte Lagerkosten: Spezielle Lagerflächen für bestimmte Produktkategorien (z.B. Kühllager)
  4. 4 Produktspezifisches Marketing: Markenaufbau, Katalogkosten für eine Produktlinie
  5. 5 Werkzeuge & Formen: Spritzgussformen, Druckplatten für Eigenprodukte

Wann ist der DB3 relevant?

Der DB3 ist nicht für jedes E-Commerce-Unternehmen gleich relevant. Er wird besonders wichtig bei:

DB3 ist relevant bei:
- Eigenmarken mit Entwicklungskosten
- Lizenzprodukten mit festen Lizenzgebühren
- Exklusivprodukten mit Mindestabnahmen
- Produktkategorien mit dedizierten Lager- oder Personalkosten

DB3 ist weniger relevant bei:
- Reiner Handelsware ohne produktspezifische Kosten
- Dropshipping-Modellen
- Kleinen Sortimenten ohne klare Kategoriegrenzen

DB3-Berechnung am Beispiel

Ein Beispiel für eine Eigenmarken-Produktlinie:

Eigenmarke 'Premium Home' - Jahresbetrachtung:

Gesamtumsatz der Linie: 450.000 EUR
Summe DB2 aller Bestellungen: 135.000 EUR

Produktspezifische Fixkosten:
- Produktentwicklung (abgeschrieben): 15.000 EUR
- Produktfotografie: 8.000 EUR
- Markenaufbau: 22.000 EUR
- Dedizierte Lagerfläche: 12.000 EUR

Summe Fixkosten: 57.000 EUR

DB3 = 135.000 - 57.000 = 78.000 EUR
DB3-Quote: 17,3%

Strategische Entscheidungen mit dem DB3

Der DB3 hilft bei wichtigen strategischen Fragen:

  1. 1 Produktlinie fortführen? Ein negativer DB3 über mehrere Perioden spricht für eine Einstellung.
  2. 2 Eigenmarke vs. Handelsware? Vergleichen Sie den DB3 Ihrer Eigenmarken mit der Summe der DB2 alternativer Handelsware.
  3. 3 Investition in neue Produktlinie? Prognostizieren Sie den erwarteten DB3 über die Produktlebensdauer.
  4. 4 Lizenzvertrag verlängern? Ist der DB3 nach Lizenzkosten noch attraktiv?

Vom DB3 ist es nur noch ein Schritt zum Gesamtergebnis: Ziehen Sie die nicht zurechenbaren Fixkosten (Verwaltung, allgemeine Miete, Geschäftsführung) ab, erhalten Sie das Betriebsergebnis. Nutzen Sie die Nettomarge für diese Gesamtbetrachtung.

Eine vollständige Deckungsbeitragsrechnung vom DB1 über den DB2 bis zum DB3 gibt Ihnen ein umfassendes Bild Ihrer Kostenstruktur und Profitabilität.

Ihre Produktlinien analysieren?

Gemeinsam bewerten wir die Rentabilität Ihrer Produktkategorien und Eigenmarken.

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