Was der Deckungsbeitrag III über Ihre Produktlinien verrät
Der DB3 zeigt die strategische Rentabilität - nicht nur pro Bestellung, sondern für ganze Produktkategorien.
Der Deckungsbeitrag III (DB3) ist die dritte Stufe der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung. Er wird relevant, sobald Sie Kosten haben, die zwar fix sind, aber eindeutig bestimmten Produkten oder Produktlinien zugeordnet werden können.
Was sind produktspezifische Fixkosten?
Produktspezifische Fixkosten fallen unabhängig von der Verkaufsmenge an, lassen sich aber klar einem Produkt oder einer Produktgruppe zuordnen:
- 1 Produktentwicklung: Designkosten, Prototypen, Produktfotografie für eine Kollektion
- 2 Lizenzgebühren: Feste Lizenzkosten für Markenprodukte oder Patente
- 3 Dedizierte Lagerkosten: Spezielle Lagerflächen für bestimmte Produktkategorien (z.B. Kühllager)
- 4 Produktspezifisches Marketing: Markenaufbau, Katalogkosten für eine Produktlinie
- 5 Werkzeuge & Formen: Spritzgussformen, Druckplatten für Eigenprodukte
Wann ist der DB3 relevant?
Der DB3 ist nicht für jedes E-Commerce-Unternehmen gleich relevant. Er wird besonders wichtig bei:
DB3 ist relevant bei:
- Eigenmarken mit Entwicklungskosten
- Lizenzprodukten mit festen Lizenzgebühren
- Exklusivprodukten mit Mindestabnahmen
- Produktkategorien mit dedizierten Lager- oder Personalkosten
DB3 ist weniger relevant bei:
- Reiner Handelsware ohne produktspezifische Kosten
- Dropshipping-Modellen
- Kleinen Sortimenten ohne klare Kategoriegrenzen
DB3-Berechnung am Beispiel
Ein Beispiel für eine Eigenmarken-Produktlinie:
Eigenmarke 'Premium Home' - Jahresbetrachtung:
Gesamtumsatz der Linie: 450.000 EUR
Summe DB2 aller Bestellungen: 135.000 EUR
Produktspezifische Fixkosten:
- Produktentwicklung (abgeschrieben): 15.000 EUR
- Produktfotografie: 8.000 EUR
- Markenaufbau: 22.000 EUR
- Dedizierte Lagerfläche: 12.000 EUR
Summe Fixkosten: 57.000 EUR
DB3 = 135.000 - 57.000 = 78.000 EUR
DB3-Quote: 17,3%
Strategische Entscheidungen mit dem DB3
Der DB3 hilft bei wichtigen strategischen Fragen:
- 1 Produktlinie fortführen? Ein negativer DB3 über mehrere Perioden spricht für eine Einstellung.
- 2 Eigenmarke vs. Handelsware? Vergleichen Sie den DB3 Ihrer Eigenmarken mit der Summe der DB2 alternativer Handelsware.
- 3 Investition in neue Produktlinie? Prognostizieren Sie den erwarteten DB3 über die Produktlebensdauer.
- 4 Lizenzvertrag verlängern? Ist der DB3 nach Lizenzkosten noch attraktiv?
Vom DB3 ist es nur noch ein Schritt zum Gesamtergebnis: Ziehen Sie die nicht zurechenbaren Fixkosten (Verwaltung, allgemeine Miete, Geschäftsführung) ab, erhalten Sie das Betriebsergebnis. Nutzen Sie die Nettomarge für diese Gesamtbetrachtung.
Eine vollständige Deckungsbeitragsrechnung vom DB1 über den DB2 bis zum DB3 gibt Ihnen ein umfassendes Bild Ihrer Kostenstruktur und Profitabilität.